Viele Menschen glauben immer noch, dass es zwischen Evolution und
Religion keinen Dialog geben könnte. Dabei hatte schon Charles Darwin –
als studierter Theologe - die Existenz Gottes nicht ausgeschlossen und
zudem angenommen, dass auch die Religiosität des Menschen ein
erfolgreicher Teil seiner Naturgeschichte sei. Seit einigen Jahren erkunden
Hirnforscher, Soziologen, Biologen, Psychologen, Archäologen und
Vertreterinnen und Vertreter anderer Disziplinen gemeinsam die Evolution
von Religiosität und Religionen. Sie finden neue Antworten auf alte Fragen:
Warum begannen unsere Vorfahren und auch Neandertaler, ihre Toten zu
bestatten? Warum gibt es kein Menschenvolk ohne religiöse Traditionen?
Warum haben religiös aktive Menschen im Durchschnitt mehr Kinder? Gibt
es eine Zukunft ohne Religion? Der Religionswissenschaftler Michael
Blume berichtet aus diesem dynamischen, interdisziplinären und
internationalen Forschungsgebiet