GELD REGIERT DIE WELT – WIE SICHER IST UNSER GELD HEUTE NOCH?
Die Finanzmarktkrise, ausgelöst von einer US-Immobilien-krise, hat die westliche Welt Ende des Jahres 2008 in eine der schwersten Rezessionen der Nachkriegszeit gestürzt. Die westlichen Länder haben damals das Bankensystem unter Inkaufnahme hoher Schuldenaufnahme gestützt. Und kaum sind die Symptome der Krise halbwegs abgeklungen, gerät nunmehr der Euro im Mai 2010 in eine dramatische Vertrauenskrise. Eine wenig seriöse Haushaltspolitik etlicher Staaten hat für eine massive Spekulationswelle gegen den Euro gesorgt. Die Regierungen der Euroländer haben daher in einer beispiellosen Rettungsaktion beschlossen, einen weiteren „Rettungsschirm“ aufzuspannen, der abermals zu erheblichen finanziellen Mehrbelastungen der Bevölkerung zu führen droht. Diese dramatische Abfolge von Krisen führt zu Verunsicherung und Ängsten in der Bevölkerung. Sind alsbald weitere Krisen ähnlichen Ausmaßes zu befürchten? Wie sicher ist unser Geld heute noch? Kann man seine Ersparnisse weiterhin getrost in Finanzvermögen investieren oder ist künftig mit einer höheren Inflationsrate zu rechnen, die zur schleichenden Entwertung des Vermögens führen würde? Ist diesen Verwerfungen mit einer Finanztransaktionssteuer beizukommen oder muss die internationale Bankenregulie-rung überarbeitet werden, um die Balance zwischen Haf-tung und Risiko bei den Investmentbankern wieder herzustellen? Der Vortrag will die Ursachen von Finanz-marktkrisen heraus arbeiten und über wirkungsvolle Abhil-femaßnahmen informieren, die für eine stabile Finanz-architektur notwendig sind.
Referent: Prof. D r. Bernd Noll
Lehrstuhl für Volkswir tschaftslehre und Wirtschaftsethik
Hochschule Pforzheim
Zeit: Dienstag, 11. Januar 2011, 14.30 Uhr
Ort: Evangelisches Gemeindehaus in Pfinztal-Berghausen
GELD REGIERT DIE WELT – WER
REGIERT DAS GELD?
IST NACH DER KRISE VOR DER KRISE?
Die Finanzkrise und die sich anschließende Wirtschafts-krise haben das Vertrauen großer Teile der Bevölkerung in die Marktwirtschaft schwer erschüttert. Jetzt gilt es, die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen, so dass sich die Situation in Zukunft möglichst nicht wiederholen kann. We-sentlich ist, dass das Vertrauen in unser Gesellschaftssy-stem nicht nachhaltig Schaden nimmt. Hierzu ist es hilfreich, sich zunächst einmal klar zu machen, was zur Entstehung der Finanzkrise beigetragen hat. Es griffe zu kurz, die Schuld allein den Akteuren auf den Finanzmärk-ten zuzuschieben. Profitgier, mangelndes Risikobewusst-sein und unzureichende Markttransparenz finden nur dort einen guten Nährboden, wo die Rahmenbedingungen dies zulassen. Die Rahmenbedingungen jedoch werden in der Regel von der Politik und dem Gesetzgeber vorgegeben. Eine vollständige Analyse kommt nicht umhin, sich auch mit der Rolle des Staates, z.B. der Geld- und Finanzpolitik, zu befassen. Im Vortrag werden Wege aufgezeigt, wie mit Hilfe der marktwirtschaftlichen Ordnungspolitik die Sy-stemstabilität erhöht werden kann und wie die Anreize in der Bankenregulierung ausgestaltet sein sollten, damit ein Fehlverhalten sich für die Marktteilnehmer nicht lohnt.
Referent: Dr. Wolfgang Müller
Vorstandsvorsitzender der Badischen Beamtenbank Karlsruhe
Zeit: Dienstag, 25.Januar 2011, 14.30 Uhr
Ort: Evangelisches Gemeindehaus in Pfinztal-Berghausen
DIE EVOLUTION DES MENSCHEN
Was sind Menschen und wie sind sie entstanden? Wie lässt sich Körperbau, Aussehen und Verhalten erklären? Warum unterscheiden sich die Menschen der verschiedenen Erdteile und Länder? Warum unterscheiden sich Frauen und Männer in Merkmalen wie Größe und Behaa-rung? Warum in ihrem Verhalten? Warum gibt es Sprache, Kultur und Kunst? Der Vortrag wird einen Eindruck davon geben, wie diese uralten und zugleich höchst aktuellen Rätsel durch die neuesten Erkenntnisse der Evolutionsbio-logie gelöst werden.
Referent: Prof. D r. Thomas Junker
Fakultät für Biologie an der Universität Tübingen
Zeit: Dienstag, 15. Februar 2011, 14.30 Uhr
Ort: Ev. Gemeindehaus in Pfinztal-Berghausen
DER MENSCH – EIN GESCHÖPF UND EBENBILD GOTTES?
Das Selbstverständnis des modernen Menschen wird durch den wissenschaftlichen Fortschritt permanent ver-ändert. Die biologischen und medizinischen Forschungen, vor allem die revolutionären Einsichten der Genanalysen, haben die traditionelle Selbsteinschätzung des Menschen und seine besonderen Stellung im Kosmos stark verän-dert. Bis hinein in letzte Fragen der Ethik wirkt sich die Lehre vom Menschen, die Anthropologie, aus und sie for-dert auch die Theologie fortwährend heraus. „Was ist der Mensch?“ fragte der Beter von Psalm 8, und so fragen wir auch noch heute. Was können wir vom christlichen Schöp-fungsglauben her auf diese evolutionsbiologische Revolu-tion antworten? Der Vortrag soll die alten Begriffe neu beleuchten: Wie und wozu hat sich die Schöpfung des Menschen vollzogen und was ist dabei herausgekommen? Was versteht man eigentlich unter „Ebenbild Gottes“? Dabei wird der Reichtum der biblischen Überlieferung ebenso zu Tage treten wie ihre hohe aktuelle Bedeutung.
Referent: Prof. D r. M anfred Oehming
Ordinarius für Altes Testament an der Theologischen
Fakultät der Universität Heidelberg
Zeit: Dienstag, 15. März 2011, 14.30 Uhr
Ort: Evangelisches Gemeindehaus in Pfinztal-Berghausen
GLOBALISIERUNG, MIGRATION, DEMOGRAFIE – WIE BUNT WIRD BADEN – WÜRTTEMBERG?
Die Region des heutigen Baden-Württemberg war schon seit langem eine Drehscheibe überregionaler Entwicklun-gen und Wanderungsbewegungen. Die aktuellen Globali-sierungsprozesse beschleunigen diesen Prozess noch: Die Wirtschaft des Landes ist sehr exportorientiert und in einigen Regionen des Landes weisen bereits mehr als die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund auf. Welche Chancen und Risiken bringt die Globalisierung mit sich? Wie wird sich das Land im 21. Jahrhundert demografisch entwickeln? Wie wird es um das Verhältnis der Religionen und der Konfessionslosen bestellt sein?
Referent: Politik- und Religionswissenschaftler Dr.
Michael Blume,
Leiter der Stabsstelle für interkulturellen und interreligiösen
Dialog sowie gesellschaftliche Werteentwicklung in der Landesregierung
Baden-Württemberg
Zeit: Dienstag, 5. April 2011, 14.30 Uhr
Ort: Evangelisches Gemeindehaus in Pfinztal-Berghausen